
Mit Herz und Mund – Landesposaunentag 2026 in Lübben
Was verbindet Glauben und Kirche seit Jahrhunderten? Die Musik. Viele bekannte Kirchenlieder haben ihre Wurzeln im Barock. Einer ihrer bedeutendsten Dichter ist Paul Gerhardt. Auch wer seinen Namen nicht kennt, hat sicherlich schon einmal die Zeilen „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“ gehört – und sofort die passende Melodie im Ohr.
Da sich der Todestag Paul Gerhardts in diesem Jahr zum 350. Mal jährt, fand der Landesposaunentag der ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Lübben statt, dem Ort seines Sterbens. Passend dazu lautete das Motto des Wochenendes: „Mit Herz und Mund“.
Unter den rund 850 angemeldeten Bläserinnen und Bläsern war auch der PCKW mit fast allen aktiven Mitgliedern vertreten. Zu den 17 erfahrenen Bläsern kamen acht Jungbläser hinzu. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg in den Spreewald.
Zum Auftakt des Landesposaunentages fanden an vielen Orten in und um Lübben Platzkonzerte statt. Während andere Gruppen in Lübbenau, Schlepzig, Straupitz oder Golßen musizierten, durfte der PCKW direkt in Lübben bleiben. Unser erstes Platzkonzert führten wir vor der Kirche St. Pankratius im Ortsteil Steinkirchen auf. Trotz konkurrierender Veranstaltungen im Dorf kamen zahlreiche Zuhörer und lauschten den Klängen unserer Instrumente. Mit Chorälen und Stücken von Paul Gerhardt stimmten wir uns auf das Wochenende ein. Unterstützung erhielten wir dabei auch von Gastbläsern, darunter Landesposaunenpfarrer Dr. Ulrich Schöntube.
Der Samstag begann mit einer gemeinsamen Probe aller Bläserinnen und Bläser auf dem Marktplatz von Lübben. Unter den wachsamen Augen der Paul-Gerhardt-Statue wurden die Stücke für die große Festmusik eingeübt. Als später die Jungbläser dazukamen, zeigte sich schnell: Das gemeinsame Musizieren würde ein besonderer Höhepunkt werden.
Nach einem kurzen Regenschauer spielte der PCKW noch vor dem örtlichen Marktkauf, bevor sich am Nachmittag alle Gruppen zur Festmusik auf dem Marktplatz versammelten. In Musik, Andacht und Predigt – durch Generalsuperintendentin Theresa Rinecker stand Paul Gerhardt immer wieder im Mittelpunkt. Zwar drohten dunkle Wolken, doch erst mit dem letzten Ton der Festmusik setzte der Regen richtig ein.
Auch der Sonntag begann wechselhaft. Während sich die Bläserinnen und Bläser zum Abschlussgottesdienst versammelten, zogen erneut Regenwolken über den Platz. Zwischen einzelnen Schauern konnte der Gottesdienst, in dem Bischof Dr. Christian Stäblein die Predigt hielt, jedoch feierlich gestaltet werden. Die ausgewählten Stücke schlugen dabei nicht nur eine Brücke zu Paul Gerhardt, sondern erinnerten auch an den Deutschen Evangelischen Posaunentag 2024. Sogar das Partnerland Lettland fand in der Lesung Erwähnung.
Nach dem Gottesdienst hieß es Abschied nehmen. Instrumente wurden eingepackt, von vielen Bekannten verabschiedet und die Heimreise angetreten. Schnell kehrte wieder Alltag auf den Plätzen und Straßen Lübbens ein. Doch die Erinnerungen an ein Wochenende voller Musik, Gemeinschaft und Glauben bleiben. So wird der Landesposaunentag 2026 vielen Teilnehmern und sicherlich auch manchem Lübbener als ein Fest in Erinnerung bleiben, das ganz im Sinne seines Mottos stand: „Mit Herz und Mund“.
Die Verbindung von Glauben und Musik ist die Hoffnung. Die Hoffnung, dass alles gut wird. Den Abschluss soll nun Paul Gerhardt (größtenteils) haben.
U. Kupferroth
Ich selber kann und mag nicht ruhen,
des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen;
Ich spiele mit, wenn alles singt,
Und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Munde rinnen.
Paul Gerhardt aus: Geh aus mein Herz












