"Ich singe dir mit Herz und Mundstück"
Nach einem gemeinsamen Pizza-Mahl, das der Kirchenkreis spendiert hatte, war noch Zeit für Gespräche unterm besonnten Himmel, die Bläserinnen und Bläser aus 4 Neuköllner Chören mischten sich bunt durcheinander und freuten sich, wieder einmal gemeinsam zu reden und zu musizieren. Auch ein kleines Interview mit den beiden Chorleitern hatte noch Raum: sie freuten sich über die Ergebnisse beim Proben und blickten fröhlich dem nachmittäglichen Konzert entgegen. Das kleine Lächeln um ihre Mundwinkel verriet, dass durchaus noch Luft nach oben ist: die zweite Stimme könnte noch besser mit der ersten harmonieren, dass „durchsichtige Spielen“ wäre steigerbar, die Einblasübungen in den einzelnen Chören seien da und dort verbesserungsfähig – alles dies jedoch trübte die Freude aufs Konzert in keiner Weise! Und der eigentliche Erfolg eines solch langen Probentages – einigen Bläsern ermüdeten am Nachmittag allmählich die Lippen – sei ohnehin erst in den nächsten Tagen und Wochen zu ermessen – wir freuen uns auf das Posaunenfest in Lübben!
Nach der gemeinsamen Probe mit den Jungbläsern, die sich außerordentlich harmonisch und mutig ins große Orchester einfügten, und der Generalprobe war noch einmal Kaffee- und Gesprächszeit. Viele Bläser hatten einen Kuchen mitgebracht und so gingen alle gut gestärkt und auch gut vorbereitet ins Konzert. Superintendent Dr. Christian Nottmeier hatte in diesem Gottesdienst die Freude, Pfarrer Ingo Arndt in sein neues Amt als Kreisposaunenpfarrer für den Kirchenkreis Neukölln einzuführen. Dieses in der EKBO bislang einmalige Ereignis feierten wir mit geblasenen Lobgesängen von „Paule“ und auch Pfarrer Arndts Predigt bezog sich auf die Texte der innigen Lieder. Nach einer guten Stunde mit lauten und leisen Tönen, mit fröhlichen und nachdenklichen Stimmen, die „mit Herz und Mundstück“ erklangen, gaben die Zuhörer einen ordentlichen Applaus! Und nach dem Aufräumen zogen die Bläser, einer nach dem andern, durchs Kirchenportal in die Abendkühle hinaus. Die beiden Turmfalken hockten oben auf der Kirchturmuhr und lauschten den gewaltigen und für sie wohl ungewohnten Klängen nach.
V. Richter
Kreisposaunentag in Alt Buckow
Die Frühlingssonne scheint vom blauen Himmelszelt herab, ein Turmfalkenpärchen umkreist den hohen Feldsteinturm der Alt Buckower Dorfkirche und durch das kleine Portal wandern die Neuköllner Blechbläser mit ihren kleinen und großen Instrumenten ins bogenüberwölbte Kirchlein ein. Kaum ist Platz im Altarraum, doch schließlich haben alle Jung- und Altbläser samt Notenständer ihren Platz gefunden. Eine kurze Morgenandacht erinnert an die jahrtausendealte Tradition, Gottes Lob mit Trompeten, Hörnern und Posaunen zu verkünden und nun beginnt die Probe. Jens Jouvenal und Traugott Forschner stimmen den Nachwuchs und die „alten Hasen“ zunächst in getrennten Räumen auf das Konzert am Nachmittag ein. Dann wird bis zum Mittagessen geprobt. Auf dem Programm steht „Paule“: Im Paul Gerhardt-Jahr hat die EKBO ein wunderschönes Bläserheft mit Bearbeitungen vieler Lieder von Paul Gerhardt herausgegeben, die auch im Juni beim Landesposaunentag erklingen werden. Daraus wurde fleißig gespielt, der oft be-swingte Rhythmus wurde gepfiffen, gehaucht, gesprochen und erklang dann mit immer mehr „Groove“ in ordentlicher Lautstärke!

